Song´s
(Youtube):
Merengue ist eine Musikrichtung/Tanz
aus der Dominikanischen Republik.
Die Ursprünge des Tanzes bleiben im
Dunkeln. Mitte des 19. Jahrhunderts war der Merengue nur unter der Landbevölkerung zu Hause, dagegen nahmen ihn die exklusiven Salons der Städte mit ihren Tanzorchestern nicht wahr. Das änderte sich
schlagartig unter der Ära Rafael Trujillo. Der Diktator entdeckte in den 1930er-Jahren den Merengue als Propagandamittel und wurde zum großen Förderer der Musik. Allerdings war ihm der
Merengue nicht „europäisch“ genug. Er wies daher die Komponisten an, mehr Orchesterinstrumente in die Arrangements aufzunehmen, ließ die Musik in den staatlichen Radioprogrammen spielen, inszenierte
prachtvolle Bälle, die er selbst als Tänzer eröffnete, und initiierte verschiedene Merengue-Festivals, insbesondere in Santo Domingo (welche er in „Ciudad Trujillo“
umbenannte).
Die Entwicklung ließ sich von da an nicht
mehr aufhalten: Auch nach dem Tod Trujillos 1961 wurde der Merengue geradezu zum nationalen Kulturgut, mit dem sich alle
Dominikaner identifizieren. Das berühmte „Festival del Merengue“ im Juli in Santo Domingo ist immer noch der wichtigste Musikwettbewerb des Merengue, neben den Weihnachtsfeiern im Dezember, dem
Merengue-Festival in Puerto Plata im Oktober oder den Karnevalsfeiern in Santo Domingo.
Musik und
Stil
Die Instrumentierung war ursprünglich
ländlich geprägt: Tamboras, Gürias und später im 20. Jahrhundert das Akkordeon. Diese
traditionellen Merengue-Combos, die aus nur zwei bis vier Musikanten bestanden, wurden auch „perico ripiaos“ genannt. Sie waren mobil und konnten auf Fiestas im Hause oder unter freiem Himmel
aufspielen. Mit der zunehmenden Beliebtheit auch in den städtischen Tanzsalons und auf dem internationalen Musikmarkt wurden in Merengue-Gruppen auch Piano, Bass, Blechbläser und
Saxophon aufgenommen.
Im Techno-Zeitalter der Diskotheken vermischte sich der Merengue mit Hip-Hop und House-Elementen.
Merengues sind meistens Liebeslieder, die
Texte beziehen sich auf Frauen, Sehnsucht, enttäuschte Liebe. Grundsätzlich können die Themen aber aus dem gesamten Alltag gewonnen werden, vorgetragen mit viel lateinamerikanischem Witz und manchmal
auch mit sozialkritischen Untertönen.
Merengue als
Tanz
Der Ursprung des Tanzes wird oft mit
Geschichten über Piraten in Verbindung gebracht, unter deren Angriffen die Insel im 17. Jahrhundert litt und die mit ihren „Klumpfüßen“ den Tanz geprägt haben sollen. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass
1838–1849 ein Tanz aus Havanna, genannt „Urpa“ oder „Upa Habanera“ über Puerto Rico nach Santo Domingo gelangte. Dieser Tanz hatte einen Satz, der „Merengue“ genannt wurde. Im Ganzen lässt sich über die Anfänge
des Tanzes aber nichts Genaues mehr erfahren.
Merengue wird als Paartanz getanzt. Jeder
Taktschlag wird gleichmäßig mit einem Schritt nach vorne, hinten oder zur Seite getanzt. Charakteristisch für den Tanzstil ist bei jedem Schritt eine markante Hüftbewegung. Dadurch erhält der Tanz
eine stark sinnliche Komponente. Unterstützt wird dies durch eine sehr körperbetonte Tanzweise – eine offene Tanzhaltung ist eher die Ausnahme. Eine wichtige Rolle spielen bei den Drehungen die Arme,
welche einzelne, sehr aufwendige Figuren und Kombinationen erzeugen („Wickelfiguren“). Zu beachten gibt es aber, dass Dominikaner für gewöhnlich kaum oder keine Figuren in ihren Tanz einbauen. Es
wird zumeist damit begründet, dass jede Figur bei diesem körperbetonten Tanz die Tanzpartner voneinander wegbringe.